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Mit der Shisha auf den 8000er

Karolin Bast und Miriam Krashäuser haben die Expedition gewissenhaft vorbereitet. Ziel ist der Shishapangma, der 14.höchste Berg der Erde und damit der niedrigste 8000er. Zusammen mit drei Bekannten aus der Schweiz, zwei örtlichen Bergführern und zwei fast-echten Sherpas rüstet sich die Gesellschaft am 22.Oktober 2007 für den Aufbruch vom Basislager am nächsten Tag.
Mit dabei: Halb Wortwitz, halb wissenschaftliches Experiment - eine orientalische Wasserpfeife - "Shisha" - mit Tabak und Zubehör. Bis zu welcher Höhe vernünftiger Gebrauch der Pfeife möglich sei, ist das nicht ganz ernst zu nehmende Forschungsvorhaben der Gruppe. Karolins libanesischer Ehemann betreibt zuhause in Regensburg ein Wasserpfeifengeschäft und soll als Mitbringsel eine echte himalayan-proof Shisha erhalten, nicht zuletzt, um die gespannte Stimmung aufzulösen, die ihren Aufbruch begleitet hat. Aber Karolin wollte sich diesmal ernsthaft durchsetzen und hat es auch geschafft.

Das Basislager liegt auf 5000 Metern Höhe. Bereits hier wird es aufgrund des verringerten Sauerstoffgehalts und der starken Winde ein kleines Abenteuer, die Kohle zu erhitzen, mit dem Gaskocher funktioniert es aber sehr gut, nur der Funkenflug ist nicht zu unterschätzen, Marcels (einer der Schweizer) Pelzkragen verkohlt nicht unwesentlich, als er den Damen helfen will und vorschlägt, die Düse des Kochers auf minimale Öffnung einzustellen, um ihn quasi als Lötlampe zu benutzen. Für den Wasserbehälter benutzt man gesalzenes und vorgewärmtes Trinkwasser, damit es nicht so schnell gefriert, es dauert ewig bis man den Tabak auf Rauchtemperatur hat, dann funktioniert es allerdings bestens, wenn auch nur für 10 Minuten.

Der erste Aufstiegstag bietet bestes Wetter, erschöpft aber guter Laune erreicht die Gesellschaft das 1. Camp. Beim Auspacken der Shisha stellt sich allerdings heraus, dass Schlauch und Dichtungen der Shisha nicht ausreichend getrocknet wurden, das Wasser, das am Vortag darin verblieb, ist gefroren und hat den Kunststoff rissig gemacht, den Schlauch kann man wegschmeissen, zum Glück ist Ersatz dabei. Gekonnt wird die Shisha in Betrieb genommen, die Hochstimmung wird nur unterbrochen als sich Karolin beim ersten Ansaugen die Lippen festfriert und böse verletzt weil sie vergessen hat, die Kunststoffkappe über das eiskalte Metall des Schlauchendes zu stülpen. Während sich die Sherpas vor Lachen kaum halten können, verarztet Ryan (einer der Führer) Karolin so gut es geht mit ordentlich Melkfett und einem dicken Verband um die Lippen.

In der Nacht zieht ein Sturm herauf, der die Gesellschaft am dritten Tag daran hindert, weiterzuziehen. Am Tag darauf macht man sich auf zum Camp 2, ist aber auf halbem Weg gezwungen, ein Notlager einzurichten. Man entscheidet, die Wasserpfeife erst wieder auf dem Gipfel einzusetzen, da mittlerweile die Rauchsäule aufgrund unsachgemäßen Einpackens verbogen wurde und ersetzt werden musste - es sind keine Ersatzteile mehr übrig. Auch der Tabak geht zur Neige, da Marcel ihn für Tee gehalten und versehentlich einen ordentlichen Teil eingekocht hat - geschmacklich hatte bis zur Entdeckung dieses Umstands keiner was dran auszusetzen, leider hatten am nächsten Tag Marcel und sein Freund Costas starke Bauchschmerzen, dass sie nach eingängiger Beratschlagung der Gruppe mit den Sherpas zurückbleiben mussten, um bei baldiger Verbesserung ihres Befindens ins Tal zurückzukehren.

Karolin, Miriam, Jacques und die beiden Führer erreichen schließlich nach fünf weiteren Tagen den Gipfel, wo man feststellt, dass man die Shisha leider im Gepäck von Marcel vergessen hat. Man wird auf absehbare Zeit also nicht erfahren, ob das Rauchen einer Shisha in 8013 Metern Höhe möglich ist. Karolins Lippen sind inzwischen wohl ohnehin nicht mehr zu retten, vielleicht aber wenigstens ihre Ehe.

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