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Shisha im gehobenen Management
Immer wieder wird der vermeintlich hohe Anteil an Kokainkonsumenten unter Spitzenmanagern thematisiert, viele setzen inzwischen aber auch auf die entspanntere Alternative zum weißen Pulver und stellen sich hochwertige orientalische Wasserpfeifen ins Büro.
Längst haben Traditionshersteller von Shishas diesen Trend erkannt und bieten High-End Shisha an, das Funktionsprinzip wird dabei freilich nicht berührt, die Verwendung edler Materialen dagegen bis zur Spitze getrieben. Hochwertiges Kristallglas und vergoldetete bis massivgoldenene Rauchsäulen werden verwendet, Tabakköpfe aus Elfenbein und Schläuche mit Pelzbesatz sind im Angebot. Auf der Internetseite eines Herstellers wird gar für speziellen Whiskey zur Füllung des Wasserbehälters geworben.
Die meisten Manager entscheiden sich freilich für schlichtere Ausgaben ganz dem Trend zur neuen Bescheidenheit gemäß, auch beim Tabak gelten Präferenzen wie unter Normalsterblichen, nicht der edle Tabak mit Cognacgeschmack sondern Apfeltabak ist am gefragtesten.
Das bloße zur Schau stellen ist verpöhnt, nicht zur Beeindruckung von Geschäftspartnern aus dem aufstrebenden arabischen Raum wird die Shisha quasi anbiedernd zur Schau gestellt, sondern sie wird als Mittel zur Entspannung genutzt, ganz als Gegenentwurf zur „Espressokultur“. Wichtige Geschäftsentscheidungen werden so ohne Hast abgewogen, gut für Business und Gesundheit.
Auch der soziale Aspekt ist nicht zu vernachlässigen, ganz im Gegensatz zum rücksichtslosen Egotrip auf Kokain, stimmt der Wasserpfeifenkonsum versöhnlich und einfühlsam - es wurde nicht erhoben, ist aber anzunehmen, dass die Sekretärinnen durchaus dankbar dafür sind.
Auch die entsprechenden Lifestyleartikel wie Shishadeckchen, orientalischer Wandschmuck und sogar tiefe Möbel halten Einzug, die schwere Ledercouch und der massive Eichentisch haben oft ausgedient, leicht Materialen und entspannte Athmossphäre ergänzen sich gegenseitig bei der Verbesserung des Geschäfts- wie auch menschlichem Klimas.
