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Sturm im Wasserglas
Wie die BP-Jugendstudie ergab, haben von 100 Jugendlichen zwischen 12 und 22 Jahren, die regelmäßig (mindestens 1 Mal pro Monat) Shisha rauchen, 5 schon mal das Shishawasser getrunken, nachdem es für mehr als eine Sitzung benutzt worden ist.
Offenbar reichern sich im Wasserglas die aktiven Substanzen überproportional an, Rauschzustände können so mit einer geringem Menge erreicht werden. Um eine „Benebelung“ zu erreichen, für die normalerweise vier Gläser Schnaps benötigt werden, reicht gerade mal die Hälfte an Flüssigkeit aus dem Shishatank.
Bisher wurde diesem Phänomen kaum Bedeutung zugestanden, findige Shishacafébesitzer haben die Marktlücke aber schon entdeckt und bieten das benutzte Wasser abgefüllt in Fläschchen zum Mitnehmen an. Im Café selber darf dieses freilich nicht serviert werden, da es von der Lebensmittelbehörde nie als Getränk akzeptiert werden würde. So wird es auch gewöhnlich unter dem Etikett „Duftwasser“ oder „Spezialdünger“ vertrieben. Die Interessenten wissen freilich besseres damit anzufangen und kippen es sich hinter die Binde.
Attraktiv wird das Wasser auch dadurch, dass es sehr günstig erworben werden kann, gerade für Kinder aus prekären Verhältnissen mit magerem Taschengeld droht es eine beliebte Rauschquelle zu werden. In einer Gesamtschule in Köln Porz weiß man bereits um das Problem. Auf 20 beschlagnahmte Bier-, Schnaps-, Wein- oder Alcopopflaschen kommt hier bereits eine Flasche des Shisha-Abfallwassers.
Die Gesundheitsgefahren sind noch nicht wissenschaftlich erforscht worden, die Universitätsklinik Bochum sucht derzeit nach Geldgebern, was sich als außerordentlich schwierig erweist, da sich keine Interessengruppen in der pharmazeutischen Industrie oder den Krankenkassen finden lassen, die bereit sind, die Forschung zu sponsern
